2. Bogenturnier des SV Westhausen am 05.05.2012 am Schloss Ellwangen

oder da es sich an diesem Tag auch um erlebbare Geschichte handelte…

Bogen-Turnamentum II der Bogener zu Westhausen mensis maius V -anno domini 2012

am castellum zu Ellwangen

Im Rahmen des alljährlich dort stattfindenden mittelalterlichen Spektakulums auf dem Schlossgelände zu Ellwangen, luden die Bogener zu Westhausen Bogenschützen aus nah und fern zum ihrem II. turnamentum ein.
Gar viele folgten dem Rufe zur Ertüchtigung und um ein rechtes Turnier zu bestehen. Darunter auch 2 Recken und eine Maid der Bogengilde „fliegende Pfeile“ zu Reilingen. Prof. Peter Schneider, der allhier sein erstes Turnament bestritt, nebst seiner holden Gattin Christine, sowie Birgit und Ottmar Trautmann.
Einige waren gar zünftig gewandet nach der Sitte von „anno dazumal“, andere wiederum sah man mit allerlei neuzeitlich Gewandung und Regendächlein zum Schutze gegen die „flüssige Sonne“, welche lange schon verkündet war.
Zu Birgit und Ottmar gesellten sich 2 wackere Recken namens Stefan u. Jürgen und 2 holde Maiden Renate u. Susanne genannt, nebst dem Knappen Luca und der liebreizenden Jungfer Lara, alle, wie es sich für ein Mittelalterturnier ziehmet, gewandet.
Peter schloss sich dem Tross der Bogener aus Mauer an, während die holde Christine das liebliche Ellwangen erkundete.

Jeweils 16 vortrefflich gestellte Ziele waren in zwei Durchgängen mit maximal 3-Pfeilen oder bei der Jagdrunde mit nur einem Pfeil zu treffen. Der Weg führte uns an den Hängen um das castellum entlang, mit gar schönen Ausblicken in die Ländereien rundum. Gar lieblich anzuschauen waren auch die prächtig blühenden Obstbäume allhier und der „magische Seelenfänger“ von Birgit hatte viel zu tun um „Bildleyn“ einzufangen.
Nach wacker bestandener erster Runde und stets wohlgemut, stand uns der Sinn nach Erquickung durch Speis und Trank, welche reichlich im Schlosshofe angepriesen war.
Wir staunten gar sehr, denn hoch oben zeigte sich sich allerley rechtschaffenes Volk aus allen Epochen des Mittelalters und hatte ringsum sein Lager aufgeschlagen.

Marketender boten ihre Ware feil, Handwerksvolk zeigte stolz seine Fertigkeiten, Ritter mit Knappen suchten zu beeindrucken, Gaukler zeigten ihre Künste und Spielleute ließen, zu unser aller Erbauung, ihre Weisen hören. All dies will erlernt sein und so gab es viel „Handgeklapper“.
Hier ein „Deus vobiscum“, dort ein „Seyed gegrüßt“, ein „Gehabt Euch wohl“ oder „So seid bedankt!“. Ungewohnte Laute in unserer heutigen Zeit, möchte man meinen, wenn man so an „Hallo“, „Wie?“, „Mahlzeit“ und „alla Tschüss“ denkt...
Zu denken gab uns eine Ecke im Schlosshof, welche gar grässliche, Instrumente für die Tortur und einen Galgen aufwies. Sollte solches etwa auf liederliche Bogenschützen warten?
Wir hielten uns alsdann auch nicht länger auf, denn es war mählich an der Zeit um erneut unsere Kunst mit nur einem Pfeil zu beweisen. Vom Himmel drohte Ungemach, und so ließen wir flink die Pfeile fliegen immer nach der Losung „Suche nicht andere, sondern dich selbst zu übertreffen“. So hielten wir es, auch als der Himmel über uns herein brach und kamen schließlich noch zu einem gutem Ende.
Erneut ging es zur Feste, wo manig Volk versammelt war um edle und weniger edle Rittern beim Kampfe mit dem Langschwert, Morgenstern und Streitkolben zu schauen. Auch alle Bogeschützen versammelten sich in einer Halle um zu hören, wer denn wohl im Wettstreit obsiegte.
Birgit wurde schließlich ein Pergamentum zuteil, worauf zu lesen stand:

Im Wettstreit der Bogner am Schloss zu Ellwangen flogen die Pfeile von Birgit Trautmann mit einem Bogen von der Art der Bowhunter Recurve gar trefflich gut, so dass sie mit 466 Ringen den ersten Rang der Maiden erreichte“.

Zu ihrem Wohlgefallen erhielt sie noch ein irdenes Krüglein, von Meisterhand gearbeitet, dazu.
Nun, auch unsere Recken hatten sich tapfer geschlagen. Ottmar Rang 22 in der Bowhunter-Recurve Art und Peter Rang 12 bei den Langbognern mit zusätzlicher Huldigung durch das Bognervolk als ältester Recke im Turnier.

Wohlan es war an der Zeit zur Heimkehr in unsere Epoche, den „magischen Seelenfänger“ prall mit „Bildleyn“ gefüllt, damit uns dies Gaudium gut in Erinnerung bleibe.

Aber halt, wir haben noch ein passend Verslein:

Sein bögn hat er mitgenommen /

Bald die Leut auf den Marckt sind kommen /

zu thurniren / ziehn und zieln /

mit eim Bogn / gar zierlich aus holtz.

Darauff windfadn und ein Sännen /

die nicht leichtlich ist zu trennen /

darmit man gwiß zum Ziel mag schießn /

Seid bedankt Westhausener Bogner und Volk zu Ellwangen für diesen wahrlich ersprießlichen Wettstreit!

So Ihr dies leset und voller Tatendrang seyd, so richtet Euer Augenmerk auf schriftliche Kunde künftiger Bogenturnamente.

So ihr die Kunst schauen oder erlernen wollt, kommet zu unserem Bogenfeste für Jedermann an der Bogenstätte zu Reilingen am 9. und 10. Juno anno domini 2012! ;-)

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